Judo Freudenstadt

TSV Freudenstadt 1862 e.V. - Abteilung Judo

Berichte 2015

50 Jahre Judo im TSV Freudenstadt

14. November 2015

Bei einem Festakt im Ludwig-Schweizer-Saal des Stadthauses feiert die Judoabteilung des TSV Freudenstadt ihr 50-jähriges Bestehen. Ehrengäste aus Stadt und Sportverbänden nahmen an den Feierlichkeiten teil und überbrachten Glückwünsche und teilweise hohe Ehrungen für die Abteilung und ihre Mitglieder.

Von den Anfängen bis heute

Polizeihauptwachtmeister Manfred Heilig hatte einen Selbstverteidigungskurs besucht, und sollte die Kollegen ausbilden. Sein direkter Vorgesetzter, Polizeikommissar Kurz, damals auch 1. Vorsitzender des TSV Freudenstadt schlug vor, eine Judoabteilung zu gründen, um den Sport auch in der Bevölkerung zu verbreiten. Am 7. Mai 1965 lud Heilig zur Gründungsveranstaltung in den Chemiesaal der Falkenrealschule. Völlig überraschend trafen sich dort rund 100 Interessenten, 80 trugen sich in die bereitgelegten Trainingslisten ein. Man fuhr in Nachbarvereine, um das dort gelernte im eigenen Training weiterzuvermitteln. Bereits 1967 kam es zu einem ersten Freundschaftstreffen mit Judoka aus Courbevoie. Der TSV Freudenstadt richtete im Laufe seiner Geschichte verschiedene Turniere wie den Georg-Oest-Pokal und den Schwarzwaldpokal aus. Seit 1991 findet das Stopsturnier für Wettkampfanfänger der Region statt. In der Zwischenzeit hat die Judoabteilung 19 Schwarzgurte hervorgebracht und feiert Erfolge bis hinauf auf deutsche Ebene.

Eröffnung und Grußworte

Abteilungsleiter Stefan Lippert eröffnete die Veranstaltung mit einer Schweigeminute für den im vergangenen Jahr überraschend verstorbenen Abteilungsgründer Manfred Heilig. In seiner Rede stellte er den Zusammenhalt und die herrschende Freundschaft in der von "Papa Heilig" gegründeten Judofamilie heraus. Lippert wünschte sich einen Abend unter dem Motto "Geschichte und Geschichten", und in vielen angeregten Gesprächen wurden später auch viele Anekdoten aus der Abteilungsgeschichte ausgetauscht.

Oberbürgermeister Julian Osswald überbrachte die Glückwünsche der Stadt Freudenstadt. Er fand lobende Worte für die Präsenz und die gute Jugendarbeit der Judoabteilung. In seiner Rede stellte er fest, dass Judowerte wie Hilfsbereitschaft und Respekt auch tatsächlich gelebt werden.

Ein Grußwort und ein kleines Dankeschön für das ehrenamtliche Engagement hatte auch Harald Türk als 1. Vorsitzender des Hauptvereins im Gepäck. Er überreichte ein kleines Bäumchen als Symbol für eine Abteilung, der er weiteres Wachstum bei einem festen Wurzelwerk wünscht.

Ein weiteres Präsent überbrachte Istvan Dwinger als Vertreter der befreundeten Judoka des TV Oberndorf.

Ehrungen für verdiente Mitglieder

Sportkreispräsident Alfred Schweizer wünschte "für die kommenden Jahre weiterhin viel Mut und Kraft, auch in der heutigen Zeit zum Ehrenamt zu stehen, um das so genannte «Vereinsschifflein» weiterhin zu steuern und zu führen". Es war ihm ein Anliegen, allen Engagierten Dank zu sagen. Stellvertretend hatte er für einige besonders verdiente Abteilungstrainer und -funktionäre Ehrungen der Württembergischen Sportjugend (WSJ) sowie ein Präsent für die Abteilung im Gepäck.

Vom Württembergischen Judoverband (WJV) waren Vizepräsident Andreas Kronauer und die Bezirkskoordinatorin Heike Betz in den Schwarzwald gereist. Andreas Kronauer schenkte der Abteilung einen Judolehrgang mit einem Spitzenathleten aus dem Landesverband, der für einen Tag nach Freudenstadt kommen wird. Auch ihm war es eine Freude, etlichen Judoka teilweise hohe Auszeichnungen zukommen zu lassen.

Anschließend lag es noch am Abteilungsleiter, einige Sportler für langjährige Mitgliedschaft auszuzeichnen.

Die Geschichte im Blick

Dieter Wahr hatte eine Präsentation vorbereitet, die einen Rückblick auf die Abteilungsgeschichte erlaubte. Höhen und Tiefen spiegelten sich darin wider, neben überraschenden und lustigen Episoden wurde es teilweise auch hoch emotional. Ausgestellte Pokale, Urkunden, Chroniken und Bilder erlaubten allen Anwesenden einen persönlichen Streifzug durch die Vergangenheit.

Die Geehrten im Einzelnen

Birgit Binder (WSJ-Ehrungspin in Silber und WJV-Ehrennadel in Bronze) ist seit dem Jahr 2004 in der Judoabteilung und als lizenzierte Trainerin aktiv. Seit dem Jahr 2005 ist sie Prüfungsberechtigte und ließ sich im Jahr 2007 zur stellvertretenden Abteilungsleiterin wählen.

Waldemar Frikel (WSJ-Ehrungspin in Silber und WJV-Ehrennadel in Bronze) ist seit dem Jahr 2001 als Kinder- und Jugendtrainer im Einsatz und trainiert die von ihm vorangetriebene und immer erfolgreichere Wettkampfgruppe.

Michael Hamm (WSJ-Ehrungspin in Silber und WJV-Ehrennadel in Silber) ist seit dem Jahr 1991 ununterbrochen als Kindertrainer aktiv und hat seither unermüdlich die jährlichen Anfängerkurse geleitet und die Kinder mit viel Einfühlungsvermögen in den Judosport eingeführt.

Manfred Kisselmann (Ehrenurkunde der Judoabteilung in Gold für 50-jährige Mitgliedschaft) war bereits bei der Gründungsveranstaltung der Judoabteilung dabei. Da er Judoerfahrung mitbrachte, wurde er direkt als Trainer eingesetzt. Das Amt des Schatzmeisters bekleidete er 40 Jahre lang. Bereits seit dem Jahr 2000 ist er Ehrenmitglied der Abteilung. Im Jahr 2005 wurde er vom WJV mit der Ehrennadel in Gold bedacht.

Stefan Lippert (WSJ-Ehrungspin in Gold und WJV-Ehrennadel in Silber) ist seit dem Jahr 1998 als Trainer in allen Altersklassen eingesetzt. Neben der Trainer-B-Lizenz hat er sich auch zum Prüfer für Kyu- und Dangrade sowie als Wertungsrichter auf Landesebene weitergebildet. Seit zwölf Jahren betreut er die Homepage der Abteilung, wurde im Jahr 2003 zum Jugendwart und im Jahr 2007 zum Abteilungsleiter gewählt.

Alexander Nitsch (Ehrenurkunde der Judoabteilung in Bronze) wurde für 25-jährige Mitgliedschaft in der Judoabteilung ausgezeichnet.

Monika Rack (WSJ-Ehrungspin in Silber) ist Kindertrainerin und Prüferin in der Judoabteilung. Darüber hinaus bringt sie sich beständig mit neuen Ideen ein und ist in der projektbezogenen Arbeit immer an vorderster Front dabei. Seit Kurzem trainiert sie auch die Judoka der Sportfreunde Aach.

Dieter Wahr (WSJ-Ehrungspin in Gold und WJV-Ehrennadel in Silber) legte in diesem Jahr sein Amt als Schriftführer nach 28 Jahren nieder. Er leitete 17 Jahre lang die von der Judoabteilung angebotenen Selbstverteidigungskurse und war jahrelang als Jugendtrainer und Prüfer im Einsatz.

Horst Zeeb (Ehrenurkunde der Judoabteilung in Gold für 50-jährige Mitgliedschaft) trat bereits im Jahr 1965 der Abteilung bei. Als einer der ersten Schwarzgurt wurde er bald als Trainer eingesetzt. Noch heute steht er in der von ihm gegründeten Judoabteilung bei den Sportfreunden Aach wöchentlich auf der Matte. Er wurde im Jahr 2000 zum Ehrenmitglied der Freudenstädter Judoabteilung ernannt und vom WJV bereits mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Fazit

Soweit der dokumentarische Bericht. Man kann es aber auch so zusammenfassen: Es war eine wirklich gelungene Party, die bis in die Morgenstunden andauerte. Danke an alle, die dabei waren, für diesen echt tollen Abend.

Text: Stefan Lippert

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